Diese Abbildung zeigt Christian Lehmann in seinen späteren Lebensjahren und ist ein Ausschnitt der Titelseite des „Historischen Schauplatzes“. Christian Lehmann selbst ward geboren am 11. November 1611 zu Königswalde, besuchte 1622 die Fürstenschule zu St. Afra in Meißen, 1628 die Stadtschule zu Guben in der Lausitz, 1631 die Stadtschule und endlich das Paedagogium regium illustre zu Stettin. Wo und wann er studiert und Mag. phil. geworden, ist unbekannt. 1632 war er Hauslehrer bei einem pommerschen Pfarrer zu Löckenitz. 1633 kurz vor Ostern kam er als Pfarrsubstitut seines Vaters nach Elterlein. Dort verheiratete er sich 1635 mit der Stadtrichterstochter Euphrosyne Kreusel (* 3. Januar 1611 zu Elterlein, = 28. April 1686 zu Scheibenberg). Im April 1638 ward er als Pfarrer nach Scheibenberg berufen und durchlebte hier die ärgste Zeit des gräßlichen Krieges, wobei er nach eigener Aussage (Kriegschronik, fol. 707 a) „25 Haupt-Marche, 20 Haupt-Einquartierungen und unzehlige Einfall und Ausplunderungen erlitten und ausgestanden“ hat. Er starb als Senior der Annaberger Ephorie, an deren Spitze damals sein zweiter Sohn, D. Johann Christian (* 1647, = 1723), seit 1685 als Superintendent stand, nachdem er über 50 Jahre in Scheibenberg amtiert hatte. (= 11. Dezember 1688) Christian Lehmann war ein sehr fruchtbarer Schriftsteller. Alle seine Werke gehen unser Erzgebirge an. Ihre Titel lauten:
- 1. Historischer Obererzgebirgischer Schauplatz,
- 2. Topographie des Erzgebirges (historia civilis)
- 3. Kriegschronik der Deutschen,
- 4. Kirchenhistorie des Erzgebirges,
- 5. Bergchronik (historia metallica),
- 6. Moralchronik (historia moralis),
- 7. 100 deutsche Episteln (erzgebirgische Anekdoten)
- 8. Erzgebirgische Annalen,
- 9. Nachrichten über das Bergstädtlein Scheibenberg,
- 10. Beschreibung von Schwarzenberg
nach „Das sächsische Erzgebirge im Kriegsleid“ von P. Lic. Dr. Bönhoff







