Nationaler Geotop Scheibenberg

Der Scheibenberg ist einer der markantesten Geotope Deutschlands. Am 12. Mai 2006 zeichnete die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e.V. den Scheibenberg mit dem Titel "Nationaler Geotop" aus.

 

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Hier sehen Sie genau den Aufbau des Scheibenbergs. Die verschiedenen Schichten sind gut zu erkennen.
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Akademie  der  geowissenschaften  zu Hannover  E. V.

 

Präsident: Prof. Dr. Dr. h. c. Horst Quade                       Vizepräsident: Dr. Dipl.-Ing. Gert LEIDNER

Geschäftsführer: Prof. Dr. Ernst-Rüdiger Look

 

Liste der Nationalen Geotope Deutschlands

ausgezeichnet am 12. Mai 2006 in Hannover

 

- Geotope gegliedert ohne Rangfolge nach den Ländern von Norden nach Süden

bzw. von Westen nach Osten-

 

Schleswig-Holstein

1 Die Insel Helgoland

2 Die Kalkgrube Lieth bei Elmshorn

3 Das Morsum-Kliff auf Sylt

 

Niedersachsen

4 Die fossilen Algenrasen am Heeseberg bei Jerxheim im nördlichen Harzvorland

5 Die Zechstein-Karstlandschaft am Südharz

6 Die Wattenmeerküste an der Nordsee

7 Die Saurierfährten bei Münchehagen am Steinhuder Meer

8 Das Huvenshoopsmoor bei Rotenburg an der Wümme

9 Das Bergwerk Rammelsberg in Goslar

 

Mecklenburg-Vorpommern

10 Die Kreideküste von Jasmund auf Rügen

11 Die Eiszeitlandschaft „Feldberger Seen“ in Mecklenburg

12 Der Neudarß in der Vorpommerschen Boddenlandschaft

 

Brandenburg

13 Der eiszeitliche „Muskauer Faltenbogen“

14 Der Findling „Kleiner Markgrafenstein“ bei Fürstenwalde/Spree

 

Sachsen-Anhalt

15 Der Harznordrand und die Teufelsmauer

16 Das Bodetal im Harz

17 Die Blockhalden am Brocken im Harz

 

Nordrhein-Westfalen

18 Die Exsternsteine bei Horn-Bad Meinberg im Teutoburger Wald

19 Der Ziegeleisteinbruch von Hagen-Vorhalle

20 Das Siebengebirge bei Bonn

21 Die „Bruchhauser Steine“ bei Olsberg-Bruchhausen im Sauerland

22 Das Felsenmeer bei Hemer im Sauerland

23 Der historische Kohlenbergbau im Muttental bei Witten

24 Die Karstlandschaft im Tal der Schlade, Bergisches Land

25 Der Braunkohlentagebau Hambach, westlich von Köln

26 Die Eisenerzgrube „Wohlverwahrt“ im Wesergebirge

27 Der Weserdurchbruch an der Porta Westfalica

28 Die Kieselschieferfalten bei Beddelhausen im Wittgensteiner Land

 

Hessen

29 Die Fossilienlagerstätte Grube Messel bei Darmstadt

30 Das Felsenmeer bei Lautertal im Odenwald

31 Der Lahn-Marmor in Villmar bei Weilburg

32 Die Blockhalden am „Schafstein“ in der Rhön

 

Thüringen

33 Der „Bohlen“ bei Saalfeld

34 Der „Feldstein“ bei Themar in Südthüringen

35 Die Kristallsalzschlotte von Merkers

36 Die „Lange Wand“ bei Ilfeld im Südharz

37 Der Schiefer von Lehesten im Thüringischen Schiefergebirge

38 Die Travertine des Ilmtales bei Weimar

 

Sachsen

39 Der Scheibenberg bei Annaberg im Erzgebirge

40 Der „Palmenwedel“ am Hirtstein im Erzgebirge

41 Der Basaltschlot des Burgberges von Stolpen in der Lausitz

42 Das Elbsandsteingebirge

43 Die Rundhöcker in den Hohberger Bergen/Muldentalkreis

44 Die Altenberger Pinge im Erzgebirge

45 Der Porphyrtuff von Rochlitz an der Mulde

 

Rheinland-Pfalz

46 Die Dauner Maare in der Eifel

47 Das Mittelrheintal

48 Das Vulkanland Eifel

49 Der „Teufelstisch“ bei Hinterweidenthal im Pfälzer Wald

50 Der Basaltkegel „Druidenstein“ bei Kirchen/Sieg

51 Der Geysir von Andernach am Rhein

 

Saarland

52 Die Saarschleife bei Mettlach

 

Baden-Württemberg

53 Der Feldberg und die Wutachschlucht im Schwarzwald

54 Der Kaiserstuhl im Oberrheintal

55 Das Randecker Maar auf der Schwäbischen Alb

56 Der Posidonienschiefer von Holzmaden

57 Das Durchbruchstal der Oberen Donau, Schwäbische Alb

58 Die Karstlandschaft Blaubeurer Alb mit dem Blautopf

59 Die Vulkanlandschaft des Hegau

60 Das Lonetal auf der Schwäbischen Alb

61 Der „Isteiner Klotzen“ am Oberrhein

62 Die Hessigheimer „Felsengärten“ im Neckartal

63 Der Mössinger Bergrutsch, Schwäbische Alb

 

Bayern

64 Der „Bayerische Pfahl“

65 Der Meteoritenkrater „Nördlinger Ries“

66 Das Altmühltal und die Solnhofener Plattenkalke

67 Der Gletscherschliff bei Fischbach am Inn

68 Das Felsenstädtchen Pottenstein, Fränkische Alb

69 Der Basaltkegel „Hoher Parkstein“ in der Oberpfalz

70 Die „Steinerne Agnes“ im Lattengebirge bei Berchtesgaden

71 Die Eiszerfallslandschaft der Osterseen südlich von München

72 Das Felsenlabyrinth Luisenburg bei Wunsiedel im Fichtelgebirge

73 Die Weltenburger Enge bei Kelheim im Donautal

74 Die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen

75 Der „Silberberg“ bei Bodenmais im Bayerischen Wald

76 Der Quellkalktuff „Wachsender Felsen“ von Usterling in Niederbayern

77 Das Werdenfelser Land

 

 

 

Nationale Geotope Deutschlands, bereits dem UNESCO-Welterbe zugehörig:

 

Die „Fossilienlagerstätte Grube Messel“ bei Darmstadt ist UNESCO-Welterbestätte

 

Das Bergwerk Rammelsberg gehört zur UNESCO-Welterbestätte „Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar“

 

Das Mittelrheintal liegt in der UNESCO-Welterbestätte „Oberes Mittelrheintal“

 

 

Nationale Geotope Deutschlands, zusätzliche Vorschläge für die UNESCO Welterbestätten:

 

Die Wattenmeerküste an der deutschen Nordseeküste

 

Die Kreideküste im Nationalpark Jasmund auf Rügen

 

Die Bastei und das Elbsandsteingebirge

 

Die Fossilienfundstätte Holzmaden in Baden-Württemberg

 

Die Meteoritenkrater Nördlinger Ries und Steinheimer Becken

 

Das Altmühltal und die Solnhofener Plattenkalke

 

 

gez. Ernst-R. Look, 12.05.2006

P R E S S E M I T T E I L U N G

Auszeichnung von 77 ?Nationalen Geotopen?
nach Wettbewerb ?Die bedeutendsten Geotope Deutschlands?
am 12. Mai 2006 in Hannover

Die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e. V. rief über das Internet (www.geoakademie.de) auf, sich ab 20. März 2004 innerhalb eines Jahres an einem Wettbewerb zur Erfassung und Ausweisung der bedeutendsten Geotope in Deutschland zu beteiligen. Wegen der großen Resonanz wurde der Wettbewerb bis zum 30. Juni 2005 verlängert. Insgesamt wurden 180 Geotope zur Bewertung bei der Akademie eingereicht. Das waren weitaus mehr, als ursprünglich überhaupt erwartet wurden.
Eine Jury der Akademie der Geowissenschaften, bestehend aus führenden Fachleuten und unter Beteiligung der Geologischen Dienste in den Bundesländern, hat im August 2005 von den eingereichten Vorschläge insgesamt 77 als die bedeutendsten Geotope bzw. Geotoplandschaften Deutschlands ausgewählt. Diesen wurden am 12. Mai 2006 in Hannover vom Präsidenten der Akademie, Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Horst Quade, und dem Vorsitzenden des Direktorenkreises der staatlichen Geologischen Dienste, Herrn Prof. Dr. Josef Klostermann, durch die Aushändigung einer Urkunde der Akademie mit dem Prädikat ?Nationaler Geotop? ausgezeichnet. Zusätzlich verlieh das Bundesministerium für Bildung und Forschung diesen Nationalen Geotopen das Logo ?planeterde â?? Welt der Geowissenschaften?. Schirmherr der Veranstaltung war der Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus, Herr Ernst Hinsken. Mit den Auszeichnungen wurde ein populärwissenschaftliches Begleitbuch zu den Nationalen Geotopen vorgelegt. Die Natworking-AG des Robert-Bosch-Gymnasiums in Langenau, Baden-Württemberg, erhielt für ihren prämierten Vorschlag ?Das Lonetal auf der Schwäbischen Alb? einen Sonderpreis überreicht.
Das heutige Bild der Erde ist eine Momentaufnahme in der mehr als vier Milliarden Jahre andauernden Entwicklung des blauen Planeten: Eine unendliche Geschichte des Werdens und Vergehens, in der Meere und Gebirge entstanden und untergingen und sich das Leben in großer Vielfalt entwickelte. Davon findet sich in allen Regionen der Erde eine Vielzahl von Zeugen, von denen die bemerkenswertesten und anschaulichsten als ?Geotope? bezeichnet werden. Bei den Geotopen handelt es sich um natürliche oder vom Menschen geschaffene Gesteinsaufschlüsse, um Landschaftsformen oder um Beispiele für das Wirken geologischer Kräfte oder um die Spuren des vorzeitlichen Lebens.
Sie können in ihrer natürlichen Umgebung erhalten oder in eine Landschaft eingebettet sein. Diese können von der kulturtechnischen Tätigkeit des Menschen, von der Nutzung durch Land- und Forstwirtschaft, durch die Gewinnung und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe oder durch bautechnische und sonstige industrielle Erschließungen geprägt sein. Geotope sind oft gleichzeitig natürliche Reservate für Tiere und Pflanzen, die einen besonderen geologischen Untergrund, Boden oder ein besonderes Mikroklima für ihr Fortbestehen benötigen.
Geotope sind besonders faszinierend, wenn an ihnen natürliche Phänomene, wie z. B. Abtragungs- und Ablagerungsmerkmale, Struktureigenschaften oder Absonderungsformen in einmaliger Weise erhalten und ablesbar sind. Als Dokumente für die Geschichte und Entwicklung der Erde sind sie von außergewöhnlicher Bedeutung. Solche Geotope sind aus den verschiedensten Regionen der Erde bekannt und auch in Deutschland in oft einzigartiger Schönheit und Anschaulichkeit zu besichtigen.
Diese geologischen Naturschönheiten in Deutschland der Ã?ffentlichkeit nahe zu bringen, hat sich die Akademie der Geowissenschaften zu einer ihrer Aufgaben gemacht. Denn das Naturerbe der Erde zählt zu den höchsten Gütern, die den Menschen gleichsam leihweise überlassen sind. Um mit ihnen pfleglich umzugehen und sie für künftige Generationen zu bewahren, sollten möglichst viele von ihnen sie kennen lernen.
Die prämierten Geotope sind besonders auffällige und außergewöhnliche geologische Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Sie sind oft von spektakulärer Entstehung und vor allem öffentlich zugänglich. Einige von ihnen empfehlen sich zur Aufnahme in die Liste der UNESCO-Welterbestätten, wie die Wattenmeerküste an der deutschen Nordseeküste, die Kreideküste im Nationalpark Jasmund auf Rügen, die Bastei und das Elbsandsteingebirge, die Fossilienfundstätte Holzmaden in Baden-Württemberg, die Meteoritenkrater Nördlinger Ries und Steinheimer Becken sowie das Altmühltal mit den Solnhofener Plattenkalken.
Andere, wie die Fossilienlagerstätte Grube Messel bei Darmstadt, das Bergwerk Rammelsberg bei Goslar und das Mittelrheintal sind oder gehören bereits zu UNESCO-Welterbestätten.
gez. Ernst-R. Look, 12.05.2006

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